Montag, 9. November 2015  ir   ir
Die Reise einer deutschen Studentin durch den Iran Die Reise einer deutschen Studentin durch den Iran
IranBild – Lena Köpsell studiert Politikwissenschaften und kommt aus dem beschaulichen norddeutschen Städtchen Lüneburg. Die Entscheidung eine Reise in den Iran zu unternehmen, stieß... Die Reise einer deutschen Studentin durch den Iran

IranBild – Lena Köpsell studiert Politikwissenschaften und kommt aus dem beschaulichen norddeutschen Städtchen Lüneburg. Die Entscheidung eine Reise in den Iran zu unternehmen, stieß bei Freunden und Verwandten auf Überraschung. Vier Wochen reiste sie mit einer Freundin durch den Iran. Am Ende zieht sie ein durchweg positives Resümee und ist überzeugt, dass das Land es verdiene “nicht ausschließlich nach der aktuellen Nachrichtenlage beurteilt zu werden”. Als Grund dafür verweist sie auf ihre Begegnungen im Land und auf mediale Stereotype, die in Realität gar nicht zutreffen.

Besonders fielen Lena Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit auf. Mit letzterer Eigenschaft machte sie bereits am ersten Abend in Teheran ihre Erfahrung. Lena verlor kurz nach ihrer Ankunft im Iran ihr Handy und war überrascht, als es spätabends an ihrer Tür im Hotel klopfte. Ein Mann stand mit ihrem Handy in der Hand vor ihr. Er hatte bereits mehrere Hotels abgeklappert und freute sich die Handybesitzerin endlich gefunden zu haben. So konnte Lena ihre Reise ruhigen Gewissens angehen.

Dies war jedoch nicht die einzige Erfahrung dieser Art im Iran. Im Bus machte Lena die Bekanntschaft mit Fakhte, einer jungen Iranerin, die sie zum Essen einlud. Man verstand sich auf Anhieb so gut, dass es zu einer gemeinsamen Reise nach Isfahan, inklusive persönlicher Tour und Familienbesuchen, kam.

In Qom trafen Lena und ihre Freundin auf den Gelehrten Seyyed Mostafa Mirfendereski, der die beiden durch das Mausoleum von Hazrate Masume führte und sie anschließend im Besuchersaal des Gebäudekomplexes empfing. Dort beantwortete er die Fragen der Besucher. Das beherrschende Thema war dabei der IS, der im Irak und in Syrien für Tod und Zerstörung sorgt. Der Gelehrte zeigte sich sehr traurig und verletzt über das Verhalten der Terrormiliz und betonte den friedlichen und spirituellen Charakter des Islams.

Neben den Zusammentreffen mit diesen drei Personen, die sie sehr beeindruckt haben, geht Lena in ihrem Reisebericht auf drei Dinge ein, die sie offensichtlich sehr verwundert haben. Zum einen ist da der lockere Umgang mit dem Hijab in der iranischen Hauptstadt Teheran, zum anderen die reinen Frauen-Waggons in der Teheraner U-Bahn. Dort kommt es zu interessanten Beobachtungen, als Frauen sich schminken, ihre Kopftücher richten und Händlerinnen Unterwäsche und Küchenmesser anbieten.

Die dritte Sache, die für Verwunderung sorgte und vor allem bei Touristen im Iran oftmals zu Missverständnissen führt und von Lena als “Kunstform” bezeichnet wird, ist das iranische ‘Taarof’. Ganz eigen interpretiert die Touristin diese kulturelle Eigenart der Iraner so, dass man alles angebotene “mindestens zwei Mal höflich ablehnen, es sich nahezu aufdrängen sollte, bevor man letztlich annimmt”.

Lena zeigt sich am Ende ihrer Reise sehr beeindruckt, hofft auf eine neue Beurteilung des Irans und preist das tolle Verhalten der Iraner an. Noch nie sei sie so oft zum Essen eingeladen worden, so Lena.

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